"Running with the Boys" von Joschi (07.08.2008)
So oder so ähnlich würde wohl George Lucas "Star Wars Clone Wars", den neuen Animationsfilm aus dem Hause Lucasfilm, wohl auf einen Nenner bringen. Der Film startet hierzulande am 14.08.2008 aber ich durfte schon heute gemeinsam mit Ralf den Film sehen. Als Ersttitel des neu entstanden Trickfilmstudios von Lucasfilm in Fernost dient "Star Wars Clone Wars" als Wegbereiter für die kommende Animationsserie.
"Clone Wars gerendert? Hä, war da nicht schon mal was Gezeichnetes? Noch mehr von diesen One-Minute-Snipets? Warum arbeitet George nicht endlich an der Realserie?" Das waren die Initialgedanken mit dem ich den Clone Wars Film gedanklich begrüßte, als ich von dessen geplanten Release las. Wie der Leser vielleicht schon merkt, ich bin nicht gerade der größte Fan der Animations-Shorts, die schon zu Clone Wars veröffentlicht wurden. Ziemlich schlechte Karten für eine positive Rezession eines Films der gleichen oder ähnlichen Machart, oder? Denkste! Als Fan von CGI im allgemeinen war ich schon aufgrund des neuen Mediums, das Clone Wars beschritt mehr als interessiert und hey... es ist schließlich STAR WARS. Wer wird da nicht zumindestens etwas neugierig?
Eins vorweg, der Film hat mich nicht umgehauen aber er machte eine Menge Spaß, ne höllische Menge Spaß sogar. Und er machte mehr als neugierig auf die Animationsserie, auf die alle warten. Was mich am meisten in seinen Bann zog: dieser Film ist Animationsarbeit aber er hat vom Schnitt und Bild eher Realfilmcharakter. Wie schon in der gezeichneten Serie stellen sich die Charaktere, Umgebungen und Settings karikaturenhaft "überzeichnet" dar. Da aber dieser Stil konstant beibehalten und das STAR WARS Universum als das wohl ikonenhafteste Filmuniversum fast sofort von Betrachter wiedererkannt wird stört der eher abstrakte Stil nicht weiter.
Ich bin sogar versucht zur sagen der Film profitiert davon bei einigen Szenen und Einstellungen, die für eine realistischere Darstellung "zu groß" wirken würden. Durch die Abstraktion kauft man dann diese "Höhepunkte" dem Film durchaus ab. "STAR WARS Clone Wars" ist wie schon in den Prequels zu merken war kind- und jugendgerecht konzipiert worden. Dadurch sollte er aber nicht vornehin abgeurteilt werden, denn er besitzt durchaus Stärken für jede Ziel- und Altersgruppe.
Ein paar kurze Worte zur Geschichte: Obi Wan Kenobi und Anakin Skywalker kämpfen weiter unermüdlich in den Klonkriegen , an deren Seite die allgegenwärtigen Klontruppen, die Anführer Rex und Cody direkt unter dem Befehl der beiden Generäle. Die Republik bemüht sich das Hutkartell auf ihre Seite zu ziehen um die Versorgungswege im Outer Rim nutzen können, die unter der Kontrolle der Hutts stehen. Natürlich ist der Feind nicht untätig: Count Doku und Asajj Ventress treten auf den Plan um die Republik in Mißkredit zu bringen. In diesen Wirren wird Anakin Skywalker unerwartet eine Anwärterin zur Seite gestellt, das junge und kecke Togruta-Mädchen Ahsoka Tano. Und diese kleine Lady hält nicht nur Schritt mit Anakin, nein sie ist ihren zuerst unwilligen Meister manchmal sogar einen Schritt voraus.
Wie schon eben erwähnt: Anakin ist am Anfang ganz und gar nicht begeistert darüber Ahsoka als Schülerin zu bekommen. Dementsprechend holprig verläuft ihr erstes Treffen. Die junge Dame kontert jedoch mit Witz und Frechheit, beweist jedoch auch Können und ein gesundes Maß an Vorsicht. Anakin bleibt einfach nichts anderes übrig als seine ursprüngliche Haltung gegenüber Ahsoka nochmal zu überdenken. Obi Wan tritt nach Ahsokas Einführung etwas in den Hintergrund. Ja, Freunde, es ist eindeutig Ahsokas und Anakins Film.
Auch wenn man bei so großen "Storyfüllern" wie Clone Wars keine großartigen Plotänderungen und Schicksalschläge der Charaktere erwarten kann so will ich mich hier nicht weiter über die Story auslassen, schon allein um euch die kleine, grüne und stinkenden Überraschung nicht verderben. Am 14ten diesen Monats werdet Ihr den letzten Satz wahrscheinlich viel besser verstehen. Ich möchte hier lediglich noch ein paar Worte über den Gesamteindruck verlieren.
Wie schon zuvor erwähnt; Clone Wars, der Film besitzt zum großen Teil eine "reale Kameraführung". Ganz besonders ist mir eine Kampfsequenz aufgefallen in dem die Kamera innerhalb einer angreifenden Klontruppe sich mitbewegt und den Eindruck einer Steadicam macht. Kameraschüttler, Fokusfassen etc: George Lucas bleibt weiter seinem Anliegen treu Realismus in die Fantasy zu bringen.
Ahsokas Kampfstil sticht positiv und erfrischend aus den ganzen Powermoves der bisher gesehenen Jedi heraus: sie benutzt das Lichtschwert eher defensiv, schwingt es wie ein Messerkämpfer sein Messer halten würde, die Klinge nach hinten gerichtet . Dadurch allein erkennt man sie schon im Handgemenge. Noch eine Sache zu den Lichtschwertkämpfen: bei Clone Wars sind sie teilweise überlebensschnell um dann für kurze Pausen vollkommen stillzustehen. Was mir noch an der Charakterisierung de Figuren aufgefallen ist: Die Kampfdroiden bringen bei Clone Wars ein Hoch im Punkt "trockener Humor". Man merkt es, drei Jahre sind vorbei und die Jungs haben den Kern nicht gelöscht bekommen. Da kann sich schonmal etwas Zynismus und Schusseligkeit in die elektronischen Schaltkreise einschleichen.
Um einen Abschluß zu finden und sich nicht in Bedeutungslosigkeiten zu verlieren: Clone Wars, der Film macht eindeutig Lust auf mehr. Er sorgte dafür, das ich Clone Wars, das Konzept wohl nicht mehr so albern und "unbedeutend" gegenüber der anderen STAR WARS Publikationen sehe. Der Film hat dafür gesorgt das ich der Animationsserie nun mit Freude entgegenblicke um wenigstens wieder etwas von "Skyguy" und seinen charmanten Schützling zu erfahren. Im Großen und Ganzen könnte man auch sagen ich habe mich in einen Charakter verschossen und möchte unbedingt mehr über sie erfahren denn...
Ahsoka ist für mich jetzt schon der Star der kommenden Serie!
Danke für die Aufmerksamkeit und liebe Grüße
Joschi |